Studium ganz praktisch: Wir machen Sekt!

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Mein 4. Semester läuft schon seit einigen Wochen, und in dieser Woche haben wir etwas Besonderes gemacht. Raus aus dem Vorlesungssaal, rein in den Sektkeller der Hochschule! Hier haben Studenten seit Jahren die Möglichkeit, ihren eigenen Sektgrundwein abzufüllen und in traditioneller Flaschengärung zu Sekt zu verarbeiten.

Unser Riesling-Sektgrundwein aus dem vergangenen Herbst hat bereits eine Gärung hinter sich. Nun ist er als Wein quasi fertig, die Gärung ist lange abgeschlossen, er wurde bereits filtriert und ein wenig geschwefelt. Auf jeder Weinflasche ist der Hinweis „enthält Sulfite“ zu lesen. Das sagt aus, dass dem Wein Schwefeldioxid zugesetzt wurde. Das ist notwendig, um ihn vor Mikroorganismen wie Bakterien und Hefen zu schützen.

Um unseren Grundwein ein zweites Mal zu vergären, haben wir nun Zucker und eine starkgärende Hefe zugesetzt. Wie oben nämlich angedeutet: Eigentlich mögen Hefen es gar nicht so gerne, wenn bereits Schwefel, Alkohol und CO2 im Wein vorhanden sind, wie eben bei unserem Grundwein. Deshalb schwefelt man nur auch ganz geringe Mengen und versucht die Alkoholkonzentration recht gering zu halten, indem man die Trauben für die Sektherstellung früh erntet.

Auf dem Bild rechts könnt ihr alle drei Stationen sehen, die unser Grundwein während der Füllung durchlaufen hat. Ich selbst sitze vor dem manuell bedienten Hahn, unter den wir immer zwei Flaschen stellen und so Liter für Liter die Flaschen befüllen konnten. Lukas sitzt neben mir und kontrolliert die Füllhöhe der Flaschen. Da das entstehende CO2 der Gärung doch etwas Platz braucht, werden die Flaschen nicht randvoll gefüllt. Dahinter sieht man ein graues Gerät, mit dem wir die Kronkorken auf die Flaschen gedrückt haben.

Klingt komisch, Sekt kennt man doch mit einem richtigen Korken?

Genau, der kommt aber erst später darauf, nachdem der Sekt degorgiert wurde – also die abgestorbenen Hefen nach dem Sedimentieren wieder entfernt wurden. Wie genau das geht, habe ich in einem anderen Blogeintrag zur allgemeinen Sektherstellung auch schon mal beschrieben. 😉

Da wir zu viert in der Projektgruppe sind, haben wir ingesamt 400 Flaschen auf diese Weise abgefüllt. Nun können wir anhand der zwei Probeflaschen, die statt Kronkorken mit einem Manometer (s. Bild links) verschlossen wurden, den Druckanstieg messen und dadurch den Beginn der Gärung sehen. In neun Monaten ist es dann soweit … unser Sekt wird fertig sein! Ich bin gespannt!

JasminStudium ganz praktisch: Wir machen Sekt!

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