Ist das Kunst oder kann das weg?

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Der Herbst ist vorbei, alle Traubenreste sind aus dem Keller verbannt – was arbeitet man denn eigentlich danach?

Die gekelterten Weine werden nun „abgestochen“. Das bedeutet, man wartet, bis sich die festeren Trubteilchen abgesetzt haben, zieht den möglichst klaren Wein ab und verlegt ihn in einen anderen Tank. Lässt man den dickflüssigen, sedimentierten Trub dann per Schwerkraft aus dem Tank fließen, ergibt sich zum Beispiel ein solches Muster wie auf dem ersten Bild hier.

In den letzten Wochen haben wir viele Barriquefässer geleert, gesäubert und mit den neuen Weinen gefüllt. Das Prinzip dahinter ist recht einfach, man pumpt von einem transportablen, nicht allzu großen Tank den Wein in die Barriquefässer und versucht, die Pumpe rechtzeitig zu stoppen. Dafür baut man an den Schlauch beispielsweise einen solchen Zapfhahn, um auch gut in die kleine Öffnung des Barriquefasses reinzukommen.

Da wir hier oft mehrere tausend Liter in die 225 L – Fässchen füllen, kann man sich ausrechnen, dass das einige sind. Ich habe von meinem argentinischen Kollegen einen neuen Trick gezeigt bekommen, wie man schneller voran kommt! Man benutzt einfach zwei Schläuche!

Klingt simpel, ist in der Umsetzung mit nur einer Pumpe aber gar nicht so einfach: Der kritische Moment ist nämlich der, in dem das Fass voll wird. Dann muss ich den Wein sofort stoppen, damit nichts überläuft. Wenn aber gleichzeitig ZWEI Fässer voll werden, ist das ein einziges Chaos und kaum zu schaffen. Der Trick deshalb: Zuerst ein Fass halb voll machen und dann die „Doppelbetankung“ starten. Wenn dann das erste voll ist, bleibt genug Zeit, den Weinzufluss dafür zu stoppen und den Schlauch in ein neues, leeres Fass zu hängen. Das andere Fass ist inzwischen halb voll und wird dann als nächstes fertig. Dieses Spiel lässt sich quasi unendlich weiter spielen – und hat den Vorteil, die Pumpe nie aus- und wieder anmachen zu müssen.

Das Prinzip ist gar nicht so kompliziert und beschleunigt die Arbeit extrem, wenn man viele Liter zu füllen hat! So lernt man argentinische Tricks in der Schweiz, vielen dank, Paul!

 

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