Excursion à l’Alsace!

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Die Prüfungen des 4. Semesters in Geisenheim sind beendet – Zeit für einen kleinen Rückblick!

Zu den Höhepunkten des vergangenen Semesters zählte für mich meine erste Exkursion mit dem Französischkurs. Für zwei Tage ging es nach Colmar ins Elsass. Dort haben wir zwei Weingüter besichtigt, etwas vom Städtchen Colmar gesehen – und natürlich sehr viele Elsässer Spezialitäten gegessen und getrunken! 😉

Das erste der beiden Weingüter war die Domaine Meyer. Der Sohn der Familie Meyer ist ein Kommilitone von uns und studiert ebenfalls im vierten Semester. Deshalb war es etwas ganz Besonderes, von ihm seinen Elternbetrieb gezeigt zu bekommen. Bereits sein Großvater hat in den 60er Jahren begonnen, den Betrieb biodynamisch zu bewirtschaften. Mit „Biowein“ können die meiste noch etwas anfangen – das bedeutet vor allem, auf chemisch-synthetisch hergestellte Pflanzenschutzmittel und Unkrautvernichter zu verzichten. Im biodynamischen Weinbau kommt dazu der Einsatz von „homöopathischen“ Präparaten, die ausschließlich auf pflanzlicher oder tierischer Basis hergestellt wurden. Rechts auf dem Bild sieht man den Seniorchef Meyer, wie er uns die Grundlage für alle seine Pflanzenschutzausbringungen zeigt. Statt Wasser zu verwenden, wird hier Brennnesseltee gekocht und mit den Pflanzenschutzmitteln (Kupfer und Schwefel) vermischt.

Einen konkreten Arbeitsschritt, der typisch für biodynamische Landwirtschaft ist, sieht man auf dem linken Bild. Hier wird ein ein Präparat „dynamisiert“: Die Mischung aus Wasser und Hornmist wird für eine Stunde gerührt, es bildet sich eine Art Strudel, durch den die Umgebungsenergie und die Umwelteinflüsse aufgenommen werden sollen. Hornmist?! Hierfür wird in Kuhhörnern gefüllter Kuhmist über den Winter vergraben. Im Frühjahr gräbt man die Hörner wieder aus und hat wunderbaren Humus erzeugt, der in Wasser gelöst wird und so in homöopathischen Dosen in den Weinbergen verteilt werden kann. Das soll die Bodenfruchtbarkeit anregen. Beim Ausbringen orientiert man sich an speziellen Kalendern, die auf die Mond- und Planetenstellungen Rücksicht nehmen.

Das alles geht zurück auf Rudolf Steiner. Sein Ansatz war, auf das Gleichgewicht und die Selbstheilungs- bzw. -stärkungsmittel der Natur zurückzugreifen und den Mensch und die Natur in den Mittelpunkt aller Arbeiten zu rücken. Seine anthroposophischen Gedanken lassen sich in viele Lebensbereiche übertragen, am bekanntesten sind heute noch die Waldorfschulen.

Neben ihren Weinen erzeugt die Domaine Meyer besonders exzellente Crémants. Der Begriff ist mit unserem Winzersekt gleichzusetzen. Nach einem Rundgang durch die Weinberge  und Keller landeten wir natürlich in der Verkostungsstube, wo wir die Ergebnisse dieser arbeitsreichen Bewirtschaftsungsweise probieren durfen.

Nach diesem spannenden Einblick ging es weiter nach Colmar. Dort erkundeten wir die kleine Stadt und ließen uns echten Elsässer Flammkuchen mit Munsterkäse schmecken.

Am nächsten Tag war ein sehr großer Betrieb an der Reihe. Das Weingut Dopff stellt ebenfals Crémant und Weine her und gehört zu den größten Weingütern im Elsass. Hier bekamen wir eine Führung, die in den Weinbergen neben dem Gut begann und im wirklich riesigen Crémantlager endete. Na gut, eigentlich endete sie natürlich im Verkaufsraum, wo wir noch einige Weine verkosten konnten. 😉

Ein wichtiger Herstellungsschritt bei der Crémantherstellung ist zum Einen die Flaschengärung: eine zweite alkoholische Gärung wird mit Hefe und Grundwein direkt in der verschlossenen Flasche eingeleitet. Dadurch kommt der Druck (mind. 3,5 bar) zu Stande und eben auch der fliegende Korken. Insgesamt muss der Crémant für 9 Monate die Hefe in den Flaschen behalten und Zeit zum Reifen haben. Ein Kostenfaktor bei der Herstellung ist daher auch die Lagerung.

Das Weingut Dopff liegt im schönsten Städtchen des Elsass: Riquewihr. Zumindest wird es Jahr für Jahr wieder dazu ernannt. Wie viele schöne Orte ist es vor allem sehr touristisch, aber die Häuser und Gassen haben eben auch ihren Charme! Rechts auf dem Bild kann man zumindest einen Einblick bekommen. Neben vielen leckeren Elsässer Weinen war mein persönlicher Höhepunkt auf der Rückfahrt, als unser Französischdozent Liedzettel austeilte und eine CD mit französischen Trinkliedern einlegte, um gemeinsam noch einige anzustimmen. Damit konnte die Exkursion und nun auch das vierte Semester beschwingt ausklingen!

JasminExcursion à l’Alsace!

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